.Welcome.

Herzlich Wilkommen auf meinem Blog!
Hier erfahrt ihr eine Menge über
mich und mein Leben.
Meine FF`s findet ihr hier.
Schaut euch in Ruhe um
und vergesst das Gästebuch nicht!

.Navigate.

Diary Old Scripts Guestbook Tokio Hotel Trash Dislimber

.About Me.

Jenni, 9a, EmO
Senf, Müde, HipHop

more?

11o Fragen

.Link Me.


Ich würde mich
über Affilation freuen^^


.Affi's.





.Credits.

Avatar Cursor Designer Design

.Layout.

Best View you got with
Internet Explorer and a
Soluton of 1024x768 Pixels

Müde stand ich auf, als mein Wecker klingelte. Jeden Morgen um halb 6 aufstehen...mann...ich fragte mich langsam, wie ich das hinbekam, ohne daran zu krepieren.

Zum Glück war heut Freitag. Der Freitag um genau zu sein.

Ich zog mir meine dunkelblaue Jeans, mein neues T-Shirt mit der Aufschrift „You will never be alone with Music“ und meine schwarzen Chucks an. Noch ein bisschen Schminke – fertig. Mappe packen, was zu Trinken für die Schule machen... und so weiter eben.

Irgendwann musste ich dann auch los, verabschiedete mich von meiner Mutter und machte mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle.

Ab in die Straßenbahn, die mich direkt vor die Tür meiner Schule brachte.

Ich ging zu den Grundschülern der ersten Klasse (unsere Schule ist ne Oberschule, wird aber bald zur Grundschule), zu meinen Patenkindern Hanna und Joan.

Da kam auch meine beste Freundin Lisa. Wir beide kannten uns schon seitdem wir geboren wurden. Irgendwann hatten wir schon einen Sinn für einander entwickelt, sodass wir meist wussten, wie es der anderen ging, ohne sie vorher gesehen, geschweige denn gesprochen zu haben.

Lisa sah ziemlich fertig aus, hatte dicke Augenringe und Tränensäcke unter den Augen. Ich hatte gleich ein ungutes Gefühl.

„Morgen Maus. Was ist los?“, fragte ich auch gleich besorgt.

Lisa nahm mich beiseite und meinte ganz leise, sodass ich Mühe hatte sie zu verstehen:

„Meine Mutter ist tot.“

Ich starrte sie nur ungläubig an. Lisas Mutter Sabine hatte einen Tumor im Gehirn gehabt, der bei ihr nicht rechtzeitig entdeckt wurde. Sie hatte die letzten paar Monate im Krankenhaus verbracht und Lisa war so oft es ging bei ihr. Sabine war so eine nette Frau.

„Oh Süße, das tut mir so leid, ich...“, weiter konnte ich nichts sagen, mir fehlten die Worte. Also nahm ich Lisa einfach nur in den Arm. Ich merkte, dass sie weinte, und auch bei mir flossen die Tränen.

So standen wir da, bis es zur ersten Stunde klingelte.

„Willst du wirklich Unterricht mitmachen?“, fragte ich und sah sie besorgt von der Seite an, „ach, wir machen einfach blau. Die Mickel wird das schon verstehen...“, fügte ich jedoch hinzu, ehe Lisa antworten konnte. Ich wusste ganz genau, wenn ich nichts gesagt hätte, würde sie bestimmt in der Schule bleiben.

Also schlichen wir uns aus dem Schulgebäude.

Da wir weder zu ihr, noch zu mir konnten, gingen wir auf die Freundschafts-Insel. Dort setzten wir uns auf eine Bank. Zuerst schwiegen wir, hingen jeder seinen Gedanken nach. Nach einer Weile legte sich Lisa auf die Bank und bettete ihren Kopf auf meinen Schoß. Ihre Augen waren geschlossen, es flossen haufenweise Tränen. Ich strich ihre ein bisschen über die Haare, was sie ungemein zu beruhigen schien.

Lange sprachen wir kein Wort. Für Lisa war ihre Mutter unentbehrlich gewesen.

Sie hatte eine ziemlich heftige Kindheit. Ihr Vater hatte sie als kleines Kind ein paar Mal vergewaltigt und geschlagen. Schule war der Horror, da sie als Außenseiterin gehandelt wurde. Und ihr Freund war auch nicht das, was man sich wünschte. Er schlug sie manchmal. Ich war praktisch ihre einzige Freundin, auch wenn mir sämtliche Klassenkameraden versuchten es auszureden. Lisas Mutter war neben mir der einzige Halt, den sie noch hatte.

Lisa hatte ständig die Angst irgendwas falsch zu machen. Es mangelte bei ihr auch ziemlich an Selbstbewusstsein. Ich hingegen hatte genug, und ich hätte ihr gerne Kiloweise davon was abgegeben, wenn ich gekonnt hätte.

Als wir es in unserer Schule zur Hofpause klingeln hörten, standen wir auf und liefen weiter, da man uns sonst vom Pausenhof aus sehen würde.

Immer noch sprachen wir kein einziges Wort. Lisa schien in Gedanken vertieft – und mir hatte es einfach die Sprache verschlagen. Sabines Tod kam so plötzlich, so unerwartet, da die Ärzte am Vortag noch sagten, es ginge ihr schon ein wenig besser.

Da es jetzt halb 10 war, hatte unser Stammcafe, das „Alex“ geöffnet. Stumm vereinbarten wir, dass wir uns darein setzen wollten.

Wir setzten uns an unseren Stammplatz und bestellten zwei Latte Macchiato.

„Danke“, sagte ich, als wir unsere Getränke bekamen.

Irgendwann fing Lisa an, mir zu erzählen, wie es war. Der Arzt hatte sie heute in der früh angerufen und es ihr gesagt. Daraufhin hatte sie ihre Schwester in Berlin angerufen.

Wir unterhielten uns noch wenig darüber, wie es jetzt weiter gehen sollte. Bei ihrem Vater konnte sie nicht bleiben – aber sie musste. Sie konnte niemandem davon erzählen, er hatte es ihr verboten. Ich war die einzige die es wusste – aber auch nur, weil Lisa so großes Vertrauen in mich hatte und weil ich versprochen hatte, dass ich es niemandem sagen würde. Es war schwer mich dran zu halten, da es auch für mich nicht einfach war, so was geheim zu halten, aber ich hielt mein versprechen.

Spät am Abend lag ich im Bett und hörte Musik. Das neue Album meiner Lieblingsband „Tokio Hotel“.

Als das Lied „Stich ins Glück“ spielte, musste ich an Lisa denken. Vor einer halben Stunde haben wir noch telefoniert. Es ging ihr echt dreckig, und ich hatte ihr mehrmals gesagt, dass sie mich anrufen konnte, wann immer sie wollte. Wir haben uns auch gleich für Morgen verabredet.

Langsam schlief ich ein, und als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich total gerädert.

Schwerfällig stand ich auf und ging ins Bad. Als ich mein Spiegelbild sah, bekam ich einen richtigen Schreck.

Als ich eine knappe viertel Stunde später am Frühstückstisch saß, kam meine Mutter in die Küche.

„Morgen Schatz, gut geschlafen?“, begrüßte sie mich – wie jeden Morgen.

„Naja, passt schon“, gähnte ich zurück „sei froh, dass du mich vorhin nicht gesehen hast“, fügte ich hinzu.

„Wie auch immer“, erwiderte Ma, „ich muss los, ich bin mit Christine verabredet. Ich bin heut Abend wieder da. Wann genau, kann ich dir nicht sagen. Bis dann, hab dich lieb.“

Und zack – war sie auch schon weg.

Als ich mit Essen fertig war, ging ich ins Bad und zog mich um. Es war gerade mal halb 12, und Lisa wollte erst 14 Uhr kommen.

Es war bereits 15 Uhr, und Lisa war immer noch nicht da.

Langsam machte ich mir echt Sorgen. Sie verspätete sich nie, und wenn, dann hat sie immer eine SMS geschickt.

Am Sonntagmorgen wachte ich merkwürdig früh auf. 6 Uhr, was für mich nun wirklich nicht normal war. Mein Bauch fühlte sich so merkwürdig flau an...

Irgendwas sagte mir, ich solle nach der Post gucken. Also nahm ich meinen Schlüssel und ging zum Briefkasten. Ich landete sogar einen Treffer. Allerdings keinen sehr schönen.

In dem Briefkasten befand sich ein kleiner, zusammengefalteter Zettel. Zuerst drehte ich ihn kurz in meinen Händen, dann entdeckte ich etwas.

An meine beste Freundin Jenni

stand dort in geschwungenen Buchstaben. Offensichtlich von Lisa. Ich öffnete ihn gleich.

Bei jeder Zeile, die ich las, wurden meine Augen größer und größer – es war ein Abschiedsbrief. Sie war seid dem Tod ihrer Mutter nur noch am heulen, schrieb sie, und das hielt sie einfach nicht mehr aus. Sie wolle sich nun von all ihren Schmerzen lösen. Und das ausgerechnet in dem sie von einer Brücke springt. Etwas Schmerzvolleres kann es doch nicht geben, oder?

Zeit zum Nachdenken blieb mir allerdings nicht, ich musste sofort handeln! Hastig zog ich mir die nächst besten Klamotten die ich finden konnte an und machte mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle – die zum glück nur 3 Minuten von mir entfernt war. Auf dem Weg dort hin schrieb ich in Windeseile Lisas Schwester Melanie eine SMS in der ich mit kurzen Worten erklärte, das Lisa in Lebensgefahr sei und sie so schnell wie möglich zur Humboldtbrücke in Potsdam kommen soll. Vorsichtshalber klingelte ich sie noch an, damit sie die SMS auch wirklich las.

In der Straßenbahn drin, hieß es nun knappe 25 – 30 Minuten Fahrt. Ich hatte mir bewusst noch schnell meinen MP3-Player eingepackt, weil ich wusste, wie lange die Fahrt dauerte. Trotz der Musik wurde ich nervös, fing an, an meinen Fingernägeln zu kauen, auf dem Sitz herumzutrommeln.

Nach 15 Minuten flossen mir die Tränen. Was, wenn Lisa schon nicht mehr lebte? Wenn sie schon auf der Brücke stand und einfach losgelassen hatte?

Die ältere Dame, die neben mir saß, versuchte mich zu fragen, was los ist, ich reagierte aber nicht, denn an der nächsten Haltestelle musste ich auch schon aussteigen und ich hatte mich bereits an die Tür gestellt, obwohl sie noch nicht mal zu sehen war.

Mach schon, drängte ich den Fahrer in Gedanken. Doch je näher wir der Haltestelle kamen, desto langsamer wurde die Straßenbahn. Die Schienen zogen sich plötzlich in die Länge und alles schien in Zeitlupe abzulaufen. Wie gebannt sah ich zu, wie die Haltestelle Millimeter für Millimeter näher kam – das Ticken der Zeit in meinen Ohren.

Als dann endlich die Straßenbahn zum stehen kam, war ich schon draußen, noch ehe sich die Türen richtig geöffnet waren. Schnell rannte ich die Treppen zur Brücke rauf. Oben angekommen, sah ich mich hektisch um.

Ein Blick nach rechts, ein Blick nach links. Dann wieder zurück nach rechts – da!

Sie lebte noch! Immer noch mit Tränen in den Augen rannte ich auch Lisa zu, die damit beschäftigt war, über das Geländer der Brücke zu klettern.

„Lisa! Halt!“, brüllte ich außer Puste.

Lisa – mit einem Bein schon über dem Geländer – drehte sich um. Überrascht ließ sie das Bein zurückfallen und drehte sich ganz zu mir um.

„Jenni...was machst du denn hier?“

„Naja“, antwortete ich immer noch schnaubend wie ein Nashorn, „ich kann ja nicht...meine beste Freundin...einfach...von einer Brücke....springen lassen........oder?“

Fragend schaute ich zu ihr auf, doch sie war schon wieder damit beschäftigt, über das Geländer zu treten.

„Hör zu“, rief ich und trat einen Schritt näher, „du kannst das nicht tun....nein – das darfst du einfach nicht tun, hörst du? Was ist denn mit Mel und Alex und ... und mir? Verdammt, Lisa, ich... du kannst mich doch nich so allein lassen wollen... und... wer passt denn dann auf Alex auf? Du weißt, dass sie sich nur dir gegenüber geöffnet hat und...“

Verzweifelt redete ich auf sie ein, mit der bloßen Hoffnung, dass Lisa von meinem Gelaber nicht genug kriegen und einfach so springen würde. Inzwischen stand sie ganz am Rand der Brücke. Ich – im Begriff eine richtige Panik- und Heulttacke zu bekommen – trat in kleinen Schritten näher an sie heran. Und dabei redete ich ohne Ende.

„...und denk nur mal an deine guten Noten in der Schule in letzter Zeit. Und dann in unserem Stammcafe, da war ein Typ, der hat da gearbeitet, der wollte dich kennen lernen, und ich hab ihm deine Nummer gegeben, weil er dich anrufen wollte und glaub mir der ist echt toll, der ist nicht so wie Marco, der Typ heißt Tom und ist ultra niedlich... so was kannst du dir doch nicht entgehen lassen...“, stammelte ich nun außer Puste.

So langsam aber sicher bekam ich ein Problem, denn mir fiel nichts mehr ein, was ich erzählen konnte. Ein Moment der Stille lag zwischen uns. Plötzlich hörte ich aus meinem MP3-Player schwach Musik erklingen. Ich hatte ihn wohl nicht ausgemacht...

Langsam hob ich die Hand, nahm die Kopfhörer und hörte nach, was lief. Vielleicht brachte das Lied ja auf eine Idee zum erzählen.

Ich hörte nur noch die Zeile

...dann spring ich für dich...

Tokio Hotel, „Spring nicht“. Schnell ließ ich den Kopfhörer wieder fallen. Die Textzeile hat mich auf eine Idee gebracht.

Langsam ging ich in etwas größeren Schritten auf Lisa zu.

Als sie jedoch zu mir sah, blieb ich ruckartig stehen.

„Komm nicht näher“, schluchzte Lisa.

Ich nickte nur und kletterte über das Geländer. Kurz erhaschte ich einen Blick auf Lisa, die mir wie gebannt zusah.

Oh man, ganz schön hoch hier, dachte ich mit einem Blick nach unten und holte einmal tief Luft. Voller Angst krallte ich mich an dem Geländer hinter mir fest.

Schon als kleines Kind hatte ich furchtbare Höhenangst – aber das musste jetzt vergessen werden, Lisa war wichtiger.

„W-Was...was machst du da?“, fragte Lisa irritiert, als ich bei ihr angekommen bin.

„Also“, sagte ich leise und schüttelte mir kurz die Haare aus dem Gesicht, „wenn dich mein Gelaber nicht aufhält, dann...naja, dann spring ich eben mit dir!“

Ich sah ihr direkt in die Augen und merkte, wie sie aufgab. Es schien ihr zu wichtig, dass ich am Leben blieb. Sie senkte die Augen, aus denen nun immer mehr Tränen schossen.

Nun ist Lisa* in psychiatrischer Behandlung, bei der ich sein begleite.

Sie tut sich ein wenig schwer mit den Dingen aus ihrer Vergangenheit, aber wir hoffen, dass sich das bald ändert, und dass sie bald wieder ein normales Leben führen kann.

Ein kleines großes Danke an *Trommelwirbel* Tokio Hotel, ohne dessen Song „Spring nicht“ ich nicht gewusst hätte, wie ich meine Freundin vom Springen abhalten hätte sollen.

*Name wurde auf Wunsch der Hauptperson (Lisa) geändert



Gratis bloggen bei
myblog.de